Kaufunktion und Demenz

Neue Forschungsergebnisse deuten auf einen signifikanten Zusammenhang zwischen Kau- und Essgewohnheiten und der geistigen Fitness hin.

Bereits vor gut 15 Jahren haben die japanischen Wissenschafter Watanabe, Kubo und Onozuka einen Zusammenhang zwischen der Kaufunktion und den geistigen Fähigkeiten bei Tierversuchen entdeckt. Mäuse mit Mahlzähnen sowie ohne Mahlzähne mussten in einem Bottich eine Unterwasserplattform finden. Nach einigen Wochen zeigte sich eindeutig, dass die Mäuse mit Mahlzähnen die Aufgabe wesentlich schneller bewältigen konnten als jene ohne Mahlzähne. Ähnliche Ergebnisse ergaben Tests mit Mäusen, die mit fester Nahrung oder weicher Kost gefüttert worden waren.

 

Die Untersuchungen der drei Japaner blieben von der Fachwelt weitgehend unbeachtet. Dies änderte sich dramatisch, als Forscher mit fMRI (functional Magnet Resonance Imaging) die Zusammenhänge der Nervenimpulse beim Kauen und der Durchblutung bestimmter Gehirnregionen untersuchten. Herausragend sind die Untersuchungen von Iven Klineberg (Universität Sydney) und Mats Trulsson von der weltberühmten Karolinska Universität in Göteborg. Trulsson untersuchte vergangenes Jahr 557 Personen, die 77 Jahre und älter waren, auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Zahnverlust, Kaubeschwerden und den geistigen Fähigkeiten.

 

Die Ergebnisse waren erschütternd: Personen mit mehrfachem Zahnverlust und Schwierigkeiten, harte Speisen zu essen, zeigten einen signifikant höheren Verlust an geistigen Fähigkeiten. Auch neigten sie eher zu Depressionen.

Demenz bedeutet „abnehmender Geist“ und bezeichnet ein Abnehmen des Denkvermögens, einen Mangel beim Kurzzeitgedächtnis, aber ebenfalls auftretende Defizite in emotionalen und sozialen Fähigkeiten, die zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen führen.

Ähnliche Ergebnisse bei Magersüchtigen

Auch bei Untersuchungen mit Magersüchtigen wurde festgestellt, dass bei vielen dieser Patienten aufgrund des fehlenden Kauimpulses die Stimulierung der stimmungsaufhellenden Areale im Hypocampus, einer Gehirnregion, fehlte. Eine depressive Grundstimmung wurde dadurch stark gefördert.

Kaugummi kauen macht intelligent – oder doch nicht?

Einige der zuvor genannten Studien wurden auch auf das Kaugummi kauen übertragen. Es stand die These im Raum, dass Kaugummi kauen intelligent macht.

 

Prof. Trulsson (Schweden) hat dieses Thema vor kurzem nachuntersucht und die sogenannte „Intelligenzvermehrung“ überprüft. Er konnte diese nicht bestätigen, signifikant sichtbar war aber, dass die Kaugummi kauenden Studenten eine höhere Konzentration und eine erhöhte geistige Spannkraft aufwiesen, mit Stress besser umgehen konnten und was herausstechend war: sie waren emotionell eindeutig besser gelaunt als die nicht kauende Gruppe. Deshalb schnitten sie auch bei den Intelligenztests besser ab, was nicht mit den geistigen Fähigkeiten der Jugendlichen als solches zu tun hatte, sondern der erhöhten Konzentration, Gelassenheit und der höheren geistigen Spannkraft zu verdanken war.

Kaugummi kauen macht nicht intelligenter, erhöht aber
Konzentration und Gelassenheit. (Symbolbild)

Bedeutung für die Zahnmedizin

Als zahnmedizinisches Institut können wir aus diesen Forschungsergebnissen für die Alzheimer-Prophylaxe die folgenden Erkenntnisse ziehen:

  1. Zahnerhaltung hat oberste Priorität – jede Entzündungsbehandlung am Zahnhalteapparat ist extrem wichtig.
  2. Feste Nahrung sollte bevorzugt eingenommen werden, anstelle von Kost, die zwischen Zunge und Gaumen aufbereitet werden kann.
  3. Bei Zahnverlust ist der Ersatz der Zähne sehr zu empfehlen.
  4. Schlecht sitzende Prothesen sollten erneuert und/oder durch Implantate stabilisiert werden.
  5. Die ideale Lösung bei zahnlosem Kiefer sind festsitzende Implantatbrücken.

 

Besonders die letzten beiden Optionen rücken bei zunehmendem Alter immer mehr in den Vordergrund.

 

08.04.2014

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